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PRINZIPIEN   POSITIONEN   PERSPEKTIVEN

„MAGNA CHARTA“
einer Seniorenpolitik

vorgelegt und beschlossen
auf der Sitzung des Exekutivkomitees am 06.06.2002
in Brüssel von den Delegierten aus den Mitgliedsländern der
Europäischen Senioren Union (ESU)

Europa wird Wirklichkeit
und erhält vor der Geschichte seine neue Chance
wir Senioren sind gefordert

Fußend auf unserem Gründungsbeschluss in Madrid 1995, der Wiener Erklärung 1996, den Kölner Beschlüssen 1999 und dem Brüssler Kongress 2000 bindet sich die Europäischen Senioren Union (ESU) an unveräußerbare Prinzipien:

  • das christliche Menschenbild ist und bleibt Maßstab unseres Handelns
  • zwischen ethischen Forderungen und wirtschaftlichen und sozialen ist ein Einklang herzustellen
  • der Mensch ist zur Freiheit und Solidarität berufen

Die ESU bezieht Position

zum Postulat einer verantworteten Freiheit, insbesondere

  • in den Beziehungen zwischen Individuum und Gemeinschaft
  • in den Diskussionen um die Menschenwürde
  • zum Gebot des Sozialstaates: „menschenwürdige Arbeit für alle“ und
  • zur Generationen-Solidarität.

Gebunden an diese Prinzipien zeigt die ESU Wege auf, die helfen sollen, einem Generationendialog zum Durchbruch zu verhelfen, so dass der viel beschworene Generationenkonflikt nicht entsteht.

Unser Ziel ist:

Eine aktive Bürgergesellschaft
als Konzept zukunftsorientierten Handelns.

  • Die Familie als natürliches und grundlegendes Element der Gesellschaft muss anerkannt, geschützt und ermutigt werden.
  • Aktive Bürgergesellschaft bedeutet eine neue Arbeits- und Aufgabenverteilung zwischen Staat, Bürger und freien, gesellschaftlichen Gruppen im arbeitsteiligen und ergänzenden Miteinander.
  • Die aktive Bürgergesellschaft ersetzt zentralistische, obrigkeitsstaatliche Super-strukturen, sie kennt daher nur eine subsidiäre Sozialpolitik. Diese findet ihre Fortsetzung in der freiwilligen Solidarität und endet in der staatlich organisierten Solidarität für nachweislich Hilfsbedürftige.
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten sind zu unterstützen.
  • Freies Unternehmertum ist Voraussetzung zur Schaffung von Arbeit für alle.

Für ihr eigenes Handeln und gegenüber der Politik in Europa stellt die ESU folgende Forderungen auf:

  • Wir wollen lernen den Prozess des Alterns zu nutzen um unsere Lebenserfahrung in die Beratung junger Menschen und in die Fortentwicklung unserer Gesellschaft einzubringen. Wir wissen, dass hierdurch ein positives Selbstwertgefühl erwächst.
  • Bildung im Alter ist auch „die Befähigung“, mit der persönlichen Chance zur Langlebigkeit umzugehen.
  • Die Senioren müssen ermutigt werden, sich mit den Informations- und Kommunikationstechnologien vertraut zu machen, um in der Informations-gesellschaft zu bestehen.
  • Die Forschung bejahen, die darauf hinaus läuft, die Lebensqualität zu verbessern unter Respektierung ethischer Grundsätze.
  • Alle gesellschaftspolitischen Fragen (Rente, Gesundheit, Sozialstaat und Steuern …) greifen ineinander. Im Sinne des Gemeinwohlinteresses dürfen Partikularinteressen nur eine untergeordnete Bedeutung haben.
  • Die Sozialversicherung bietet für alle Generationen eine klar strukturierte Absicherung und garantiert, ausgehend von einem gesicherten Wohlergehen, bei ständiger Anpassung der Beihilfen, ein soziales und gesichertes Existenzminimum.
  • Die Presse und  Medienfreiheit muss in Respekt vor der Person die kulturellen Werte, Moral und Sitte achten.
  • Die Zukunftsverantwortung unserer Gesellschaft setzt mit Blick auf die Globalisierung voraus, dass das Kapital in den Dienst der sozialen Marktwirtschaft gestellt wird.
  • Solidarität und Gerechtigkeit bedingen, dass die Kirchen sowie die Verantwortlichen in den anderen gesellschaftlichen Gruppen ihrer Verantwortung gerecht werden.
  • Die Verständigung zwischen den Generationen macht eine Beteiligung aller Generationen unter anderem durch die reale Einbeziehung der Senioren in die Politik und die politische Entscheidungsfindung erforderlich.

In einer neuen Weltordnung sind subsidiäre Strukturen auf der Grundlage freiwillig vereinbarter Regelungen umso bedeutsamer, wenn sie nach dem christlichen Menschenbild ausgerichtet und an die Wertordnung gebunden sind, die hieraus in unserem Abendland entwickelt worden ist.