| VII.
Kongress der Europäischen Senioren Union (ESU) |
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Aktualisiert Einschließlich
(„Honnefer Erklärung“)
„Gutes tun tut gut“ und „Helfen hilft“
Dr. Bernhard Worms zum Präsidenten wiedergewählt
„Honnefer Erklärung“ weist allen Mitgliedsverbänden
den Weg
Elisabeth Dispaux-Cornil und Nicolas Estgen sind Ehrenpräsidenten der ESU
Bad Honnef, 4. November 2010. Der VII. Kongress der Europäischen Senioren Union wählte Dr. Bernhard Worms (Deutschland) mit über 97 Prozent der Stimmen erneut zum Präsidenten. Damit steht der gebürtige Rheinländer und frühere Staatssekretär – Jahrgang 1930 – seit 2001 ununterbrochen an der Spitze des Dachverbandes von 36 Seniorenorganisationen in 24 Ländern. Dreimal – 2004, 2007 und 2010 – wurde er im Amt bestätigt. „1 269 000 ältere Bürger sind mit uns verbunden“, erklärte er zum Abschluss der dreitägigen Beratungen in Bad Honnef. Dieses Ergebnis einer aktuellen Befragung ermutige ihn, seine ehrenamtliche Tätigkeit für die weitere europäische Integration und die Rechte der Älteren entschlossen fortzusetzen.
Damit identifizierte sich Worms persönlich mit dem Kongress-Thema, das die Senioren „eine Stütze unserer Gesellschaft“ nannte und das „Bürgerschaftliche Engagement“ als „unverzichtbaren Beitrag älterer Menschen in unserer Zeit der zunehmenden Langlebigkeit“ bezeichnete. Unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Andreas Khol (Österreich) äußerten sich führende Wissenschaftler, Politiker und Repräsentanten der Seniorenverbände aus ganz Europa zu Erfordernissen, Möglichkeiten, Arbeitsfeldern, Ergebnissen und - Hindernissen ehrenamtlicher Tätigkeit. Die Ergebnisse der tiefgründigen Diskussionen werden der Europäischen Kommission zur Vorbereitung des „Europäischen Jahres des Ehrenamtes 2011“ zur Verfügung gestellt.
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| Tagungspräsidium. Jürgen Rüttgers spricht. |
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In seinem Politischen Bericht skizzierte Dr. Bernhard Worms die Erfolgsgeschichte der ESU seit ihrer Gründung am 7. November 1995 in Madrid. Die „Magna Charta“ von 2002 sei bis heute Maßstab für unser Handeln, das bestimmt ist von
- Zusammenarbeit der Christen über Konfessionsgrenzen hinweg
- einem möglichst gerechten Ausgleich von Kapital und Arbeit durch weltweite Akzeptanz der Sozialen Marktwirtschaft und
- verantwortetem Handeln gegenüber unserem Schöpfer.
Grüße richtete der Präsident aus vom
Präsidenten der Europäischen Volkspartei Wilfried Martens (B) und von weiteren Persönlichkeiten der EVP-Führung;
CDU-Generalsekretär Gröhe und vom
Stellv. Bundesvorsitzenden der CDU-Senioren-Union Leonhard Kuckart.
Grundsatzreferate der Professoren Prof. Dr. Ursula Lehr und Andreas Kruse (beide D) lieferten den Nachweis dafür, dass die Gesellschaft ohne ehrenamtliches Engagement nicht auskommt. Lehrs Feststellung: „Gutes tun tut gut“ und „Helfen hilft“ wurde durch die nachfolgende Diskussion – einschließlich der „Länderberichte“ – mannigfach bestätigt. Unüberhörbar war aber auch die Warnung vor einer Überforderung und Ausnutzung der Ehrenamtlichen. Diese Gefahr besteht, wo sich – als Folge von „Sparzwängen“ – Kommunen, aus ihrer Verantwortung für das Wohlbefinden der Bürger zurückziehen.
Hinweis: Power-Point-Präsentation Ursula Lehr: Siehe unten Dokumente
Diesen und anderen Aspekten des Ehrenamtes widmeten sich zwei Workshops, denen Vizepräsident Leif Hallberg (S) und Prof. An Hermans (B) durch überzeugende Einführungsreferate Impulse verliehen. Die Delegierten brachten sich mit Berichten über ihre Länder in die Diskussion ein.
Wahlen
Einstimmig wählten die Delegierten zu Ehrenpräsidenten der ESU: Prof. Dr. Nicolas Estgen aus Luxemburg und Elisabeth Dispaux-Cornil aus Belgien, die Worms als „Pioniere“ der nunmehr 15jährigen Europäischen Senioren Union bezeichnete und mit einer rheinischen Keramikvase aus römischer Zeit (4. Jahrhundert) beschenkte.
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Das neue Präsidium. Neben Präsident Bernhard Worms die Ehrenpräsidenten Elisabeth Dispaux und Nicolas Estgen
(nicht auf dem Foto: Ingeborg Uhlenbrock und Hella Ranner)
(Vordere Reihe v.l.n.r.) Ann Räämet (EST), Maria Mantziafou-Kanellopoulou (GR), Prof. Dr. An Hermans (B), Prof. Dr. Nicolas Estgen (L), Dr. Bernhard Worms (D), Elisabeth Dispaux-Cornil (B), Carmen Quintanilla Barba (E), Iris Casselden Farndale (GB) und Dr. Hermann Berié (D).
(Hintere Reihe v.l.n.r.) Dr. Marilies Flemming (A), Elke Garczyk (D), Prof. Dr. Nikolay Andreev (BG), Carlo Fatuzzo (I), Jouni Mykkänen (FIN), Leif Hallberg (S) und Dr. Edeltraud Paul (A) |
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Zu Vizepräsidenten wurden gewählt (in alphabetischer Reihenfolge):
Prof. Dr. Nikolay Andreev (Bulgarien) (neu)
Iris Casselden Farndale (Groß Britannien) (neu)
Carlo Fatuzzo (Italien)
Dr. Marilies Flemming (Österreich)
Elke Garczyk (Deutschland) (neu)
Leif Hallberg (Schweden)
Prof. Dr. An Hermans (Belgien) (neu)
Maria Mantziafou-Kanellopoulou (Griechenland)
Jouni Mykkänen (Finnland) (neu)
Carmen Quintanilla Barba (Spanien)
Ann Räämet (Estland) (neu)
Dr. Hella Ranner (Österreich), Europaabgeordnete (neu).
Zur Generalsekretärin wurde erneut Ingeborg Uhlenbrock (Deutschland) ernannt.
Weitere Mitglieder des Präsidiums sind: Schatzmeisterin Dr. Edeltraud Paul (Österreich), die das Amt schon über zwei Jahre wahrgenommen hat, und Schriftführer Dr. Hermann Berié (Deutschland), der mit dieser Aufgabe seit längerem verbunden ist.
Als Kassenprüfer erhielten das Vertrauen: Otto Glaser (D); Dr: Jan Gurega (SK), Gerhard Isacsson (S) und – neu – Etienne Vanderoot (B).
Dr. Worms verabschiedete Dr. Vaclav Roubal (Prag) mit herzlichen Worten als Vizepräsident, der sich vor allem um die kontinuierliche Tätigkeit der Christlichen Senioren Tschechiens verdient gemacht hat
Dokumente
Die Delegierten beschlossen ein als „Honnefer Erklärung“ bezeichnetes Positionspapier.
Hinweis: Siehe unten Dokumente
Es analysiert die Situation Europas 20 Jahre nach den friedlichen Revolutionen in Ostmitteleuropa. Die ESU bekennt sich mit der „Erklärung“ zur
- Mitgestaltung der Gesellschaft im Umbruch,
- Eigenverantwortung (Subsidiarität) und
- Solidarität
als Aufgaben, die Alt und Jung in gemeinsamem politischem Handeln zu lösen haben.
Die Delegierten beschlossen das in einigen Punkten präzisierte Statut wie vorgelegt. Sie stimmten drei Anträgen zu und beauftragten das Präsidium, über das weitere Verfahren zu befinden.
Es geht dabei um:
- Anregungen aus Katalonien/Spanien für die stärkere Unterstützung der Familie,
- Vorschläge aus Schweden zu längerer Lebensarbeitzeit (auf freiwilliger Grundlage)
- und – eingebracht vom zypriotischen Seniorenverband – um die Forderung nach politischer Lösung der besorgniserregenden Situation Zyperns auf Grundlage der UNO-Beschlüsse.
Grußworte
an den Kongress richteten:
- die CDU-Vorsitzende und deutsche Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel
(deren Videobotschaft: „Ehrenamtliche Tätigkeit ist wichtig für a l l e, aber auch für die Helfer selbst“ den Kongressverlauf bestimmte)
- Ministerpräsident a.D. Dr. Jürgen Rüttgers (Nordrhein-Westfalen) (Zitat:„Die Verbindung von wirtschaftlicher Vernunft und Sozialer Marktwirtschaft bedeutet Freiheit und Gerechtigkeit“)
- Staatssekretär Josef Hecken, (deutsches Seniorenministerium) („Alter ist heute ein neuer Lebensabschnitt nach Eintritt in das Rentenalter“)
- Nationalratspräsident ( Parlamentspräsident) a.D. und Vorsitzender (Bundesobmann) des Österreichischen Seniorenbundes Prof. A. Khol („Wir freuen uns auf weiteren Zuwachs in der ESU“)
- Europa-Parlamentarier Axel Voss (D) („Bleiben Sie Europa-Fans; die Leitlinie EUROPA 2020 erfüllen geht uns alle an!“
- Dr. Marion Gierden-Gülich (D) („Die in Nordrhein-Westfalen eingeführte Karte für Ehrenamtliche hat sich in 81 Kommunen bewährt; sie gewährt Preisnachlässe vor Ort“)
- Landrat Frithjof Kühn („Schade, dass Ältere so zeitig den Beruf aufgeben müssen!“)
- Stellv. Bürgermeistein Annette Stegger („Bad Honnef – seit 100 Jahren begehrter Alterssitz – zog auch Konrad Adenauer an; besuchen Sie dessen Haus und Grab!“ Dieser Aufforderung kamen nach Kongressschluss zahlreiche Gäste nach.)
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Erfolgreiches Projekt
Dechant Dr. Wolfgang Picken hielt zu Beginn der Arbeitssitzung eine Andacht, in der er die Geschichte Abrahams mit Erfordernissen der Gegenwart zur „Neuentdeckung des Alten“ in Verbindung brachte.
Als Politikwissenschaftler stellte er seine Erfahrungen mit der „Bürgerstiftung Rheinviertel in Bonn/Bad Godesberg“ dar. Hierüber schrieb der „Rheinische Merkur“ unter der Überschrift „Beispiel christlicher Verantwortung“: „Seit fünf Jahren kümmert sich die von Pfarrer Picken gegründete Organisation um Kinder, Jugendliche und Senioren. Ihr Vorbild hat inzwischen Schule gemacht und Nachahmer gefunden.“
Sympathie
und Solidarität schlug Tatyana Zelko (Belarus) entgegen, die in bewegenden Worten die prekäre Situation ihrer Senioren-Organisation „Nashe Pokolenie“ /“Unsere Generation“ schilderte. Sie hatte erst jüngst wieder erfahren müssen, dass sich weder Staat noch Kirche der Senioren annimmt. Trotz der Restriktionen in ihrem autoritär regierten Land werde sich„Nashe Pokolenie“ nicht von ihrem Weg an der Seite der Opposition abbringen lassen, beteuerte die Vorsitzende unter dem Beifall des Kongresses.
Erste Festlegungen
Die konstituierende Sitzung des neuen Präsidiums ermächtigte den Präsidenten zur Führung von Gesprächen mit der EVP-Führung über die personelle und materielle Ausstattung des ESU-Generalsekretariats in Frechen (D). Es gab eine erste Projektplanung. Am 18./19. Januar 2011 trifft das Präsidium in Königswinter (D) zu einer Klausurtagung zusammen.
Ulrich Winz
Dokumente
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