Grußadresse

Frau Joëlle MILQUET (B)
Präsidentin der cdh (Belgien)

4. Kongress der Europäischen Senioren Union (ESU)
in Brüssel (B) am 17./18. Oktober 2001

Herr Präsident, meine Damen, meine Herren, liebe Freunde!

Erlauben sie mir zu aller erst, sie in Brüssel und ganz besonders hier im Europäischen Parlament willkommen zu heißen.

Ich habe mit großen Interesse von ihrer Ankündigung einer „Magna Charta“ für Senioren Kenntnis erhalten und möchte sie ermuntern, diese Überlegungen mit Engagement weiter zu verfolgen, im besonderen in Richtung politischer Entwicklungen zugunsten der älteren Generation. Wie viele andere denke auch ich, dass die Problematik der Verlängerung des menschlichen Lebens eine der größten Herausforderungen für die Welt und natürlich vor allem auch für Europa im Laufe dieses Jahrhunderts werden wird.

Geht man zum Beispiel davon aus, dass die Zahl von Menschen mit 60 Jahren und darüber derzeit etwas mehr als 600 Millionen beträgt, so wird sich diese Zahl wahrscheinlich bis zum Jahre 2025 auf weltweit 1,2 Milliarden und bis 2050 auf 2 Milliarden erhöhen. Das heißt nun, dass wir auf diese Herausforderung – der Verlängerung des Lebens, an sich einer wunderbaren Chance – nur so antworten können, diesem Mythos ein Ende zu bereiten, nämlich dass die älteren Menschen im Umfeld in dem sie Leben, nichts mehr beitragen könnten.

Unsere industrialisierten Gesellschaftsformen haben leider dazu beigetragen, diesen Mythos zu entwickeln und hervorzuheben indem sie die Älteren vor allem als eine homogene Gruppe von Menschen ansehen, die in der Familienstruktur und Gesellschaft nichts mehr leisten könnten. Ja es gibt sogar in manchen Fällen die Meinung, dass die Älteren eine unerträgliche Last seien. Nun, nichts ist falscher als eine solche Sicht der Dinge. Ich lehne dies ab. Im Gegenteil, de facto müssen wir diesen Mythos zerschlagen und gegen alle Diskriminierungen im Zusammenhang mit dem Alter ankämpfen.

Das Altern der Bevölkerung ist meiner Meinung nach eine Herausforderung, auf die wir zu antworten haben und welche eben Einfluss in allen Fragestellungen des 21. Jahrhunderts haben wird. Alle Gesellschaftsgruppierungen werden mit dieser Herausforderung konfrontiert sein, nicht nur die Industriegesellschaften. Es ist tatsächlich so, denn nach OMS lebt die Mehrheit der älteren Menschen,

nämlich 60% von ihnen, in den Entwicklungsländern. Die global feststellbare Erhöhung der Lebenserwartung wird dieses Phänomen daher noch weiter verstärken.

Es ist daher erforderlich, die Älteren wie einen wertvollen Schatz wahrzunehmen und Diskriminierungen – auch im politischen Bereich – die sie aus dem Gesellschaftsleben ausschließen, genauso intensiv zu bekämpfen wie dies auch im Falle anderer Gesellschaftsschichten geschieht. In diesem Kampf gegen Diskriminierungen möchte ich ganz kurz, gemeinsam mit ihnen, wenn sie mir das zugestehen, einige Gedankengänge erwähnen, die mir wichtig scheinen:

Herr Präsident, meine Damen und Herren, liebe Freunde! Nochmals gute Wünsche für den Kongress und vor allem – gute Erfolge ihrer Arbeit!


(Übersetzung aus dem Französischen von Prof. Dipl.-Ing. Walter PAUL)